Schmetterlingsleicht durch die Blumen flügeln,
damit das Herz sommerweit wird.

(© Monika Minder)

Sommergedichte + Sprüche

schöne, kurze, lustige, ernste und spezielle, originelle und sinnvolle gedichte und sprüche zu sommer, sonne, leben, zur leichtigkeit des seins...

Die Tage ziehn vorüber

Indes die Tage wie Wolken vorüberziehen,
entfallen Stunden und taumeln langsam
dem Golde zu. Wer weiss, wie viele
unbemerkt dir Sommer nahmen.

Und wiegst du gedankenvoll dein Haar,
riechst Rosenduft im lauen Wind,
sind Traum und Wirklichkeit sehr nah.

(© M.B. Hermann)

Margeritenbusch im Sommerabendlicht

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Bild-Text:

Wo wir in der Helligkeit das Nahe spiegeln
und wieder zuhören lernen, scheint Sinn
ins Leben.

(© Monika Minder)

Sonne und Schatten

Nähr dich nicht nur von der Sonne.
Ein bisschen Schatten zaubert mehr
Licht ins Leben.

(© Beat Jan)

Verträumt und müde wie ein Schmetterling im September taumelt der Sommer das Gelände entlang. Altweiberfäden wirren sich um seine zerrissenen Flügel und die Blumen, die noch blühen, haben keinen Honig mehr.

(Cäsar Otto Hugo Flaischlen, 1864-1920)

Träume

Manchmal entfalten sich Träume auf Bildern,
der Tag wird fensteroffen, ein paar Vögel
zwitschern blauen Himmel in den erwachenden Tag,
und du mittendrin, weitherzig und nah am Glück.

(© Monika Minder)

Wir leben immer am Morgen der Welt, im Beginn des Augenblicks.

(© Beat Jan)

Glückwunsch

Darum lass die stummen Zeichen,
Ob sie auch vor schönern weichen,
Doch den schönsten sich vergleichen,
Wenn du deutest ihren Sinn,
Und die Wünsche, die sie tragen,
Wie zum Glück von künft'gen Tagen
Sie dir selbst im Herzen schlagen,
Nimm sie freundlich liebend hin.

(Johann Gotthard Reinhold, 1771-1838, niederländischer Diplomat)

2. Strophe des gleichnamigen Gedichtes

Der Sommer beleuchtet unseren Wahn.
Dabei ist Leben schon Idee genug.

(© M.B. Hermann)

Das Gute der Blumen

Geschichten erzählen sich auf Wiesen,
grün und gelb, manchmal noch ein
roter Mohn, zuversichtlich, in der
Leichtigkeit des Sommers.
Nur nicht aufhören, das Gute
der Blumen zu sehen.

(© Monika Minder)

Da mich der Himmel geboren hat,
muss ich doch auch für etwas von Nutzen sein.

(Chinesisches Sprichwort)

Sommer

An diesen heissen Sommer
werden wir denken
wenn wir wieder
zu Schneemännern
gefroren sind.

(© Gerhard Rombach)

Margeriten in Wiese

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Bild-Text:

Wachsen lassen,
sein lassen,
ausgelassen,
überlassen...-
verlassen,
was nicht glücklich macht.

(© Beat Jan)

Wenn du gehst

Nimm den Frühling mit
wenn du gehst
und diesen Sommer
den wir so liebten

Nimm die Sehnsucht mit
die mich verzehrt
und die Träume ohne die es
kein Leben gibt

Nimm die Hoffnung mit
die spät zu mir kam
und viel zu früh
verblasste.

Nimm mein Leben mit
wenn du gehst
meine Träume
meine Hoffnung

und mein altes Herz.

(© Gerhard Rombach)

Blauer Himmel, Falter leicht und Seifenblasen, ein Duft, ein Lächeln und du mit mir im Grase....

(© M.B. Hermann)

Sommers Abschied

Der Blumenduft ist leis gewichen
Dem Duft von Äpfeln, Birnen und von Beeren.
Noch ist der Himmel bunt gestrichen
Und zieht mit letzter Wärme durch die Ähren.

Mit süsser weicher Müdigkeit
Streifen wir die Lust vom Körper.
Was laut und grell sich hat vereint,
Wird langsam mild und röter.

(© Monika Minder)

Mit geliebten Menschen zusammen sein: mehr braucht es nicht; träumen, mit ihnen sprechen, nicht sprechen, an sie denken, an die gleichgültigsten Dinge denken, aber in ihrer Nähe: alles gilt gleich.

(Jean de La Bruyère, 1645-1696)

Denk an mich

Und am Abend sah ich
daß alles vergebens war
der Tag und das Leben
und das Streben nach Glück

Und nichts wird
zurückbleiben
was Bestand hätte an
Sehnsucht und Liebe

Doch kommst du vorüber
wo ich sein werde,
pflück eine Heckenrose
und denk an mich.

(© Gerhard Rombach)

Hitzegeschwängert im Balsamikumduft, flüsterst du uns Lieder ins Ohr.

(© M.B. Hermann)

Kränze

An sonnigen Tagen
sammle ich Worte für dich,
binde Liebesgedichte daraus
wie Kränze die welken wenn
du sie nicht beachtest.

(© Gerhard Rombach)

Sonnenuntergang

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Bild-Text:

Glück ist ein Hauch des Lebens.
Das Amen des Himmels.

(© Monika Minder)

Liebe

Mir ist, als bräch aus meinem Herz
Ein Strom durchglühter Lavafluten.
Ach, wüsstest du, wie hinter Scherz
So oft die tiefsten Wunden bluten.

Wenn ich mit Lachen von dir schied,
Wie Blütengelb war das zerstäubt
Und wilder klang das wilde Lied,
Das deine Heiterkeit betäubt.

Das wilde Lied klang fort und fort,
Und nichts von jenem Lachen blieb,
Bis ich es fand, das milde Wort.
Du sagtest einst: »Ich hab dich lieb!«

(Joachim Ringelnatz, 1883-1934, deutscher Lyriker, Erzähler)

Wir leben immer am Morgen der Welt, im Beginn des Augenblicks.

(© Beat Jan)

Heller Tag

Uns beiden lacht die Jugend, - ist das nicht
Die schönste Zeit, sich liebend zu umfangen?
Dein Leib ist wie ein Bogen; wenn ich dich
Beglückt an meine Brust zieh, biegst du dich.
Dein Busen gleicht zwei Trauben edeln Weines,
Die sich auf deiner Brust entfalteten.
Und deine Kehle ist der Morgen: immer,
Wenn ich sie mir enthülle, sie zu küssen,
So leuchtet heller Tag vor mir empor.

(Die armenische Nachtigall, Lieder des Nahabed Kutschak, gest. 1592)

in Nachdichtungen von Hans Bethge, 1876-1946.

Sommerblumen, Helligkeiten, Tanzen,
leg die Sorgen ab wie damals deinen Ranzen.

(© Jo M. Wysser)

In mir ist Sommer

Die Natur atmet Herbst
doch in mir ist Sommer
Gelb färben sich die Blätter
doch der See liegt
blau und einladend

Mein Wanderweg ist mühsamer
geworden durch die Jahre
häufiger muss ich rasten
Der Winter ist nicht weit
doch in mir ist Sommer.

(© Gerhard Rombach)

Wo wir in der Helligkeit das Nahe spiegeln und wieder zuhören lernen, scheint Sinn ins Leben.

(© Monika Minder)

Glück

Ein Sommerabend ist's. Wir gehn
Auf den weissen Wiesenwegen
Unserm tiefen Glück entgegen,
In stummem, seligem Verstehn.
O schweige, Weib, und sprich kein Wort,
Empfinde nur das volle Glück
Und halt die Tränen selbst zurück,
Sonst fliegt es fort.

(Grete Gulbransson 1882-1934, österr. Schriftstellerin)

Das Glück geteilt mit Freunden, ist uns doppelt süss.

(Euripides, 480-407 v.Chr.)

Beschwingt und federleicht

Beschwingt und federleicht
ein Liedchen auf den Lippen
ein Wunder für dich sein
und wundern mich tagaustagein.

(© M.B. Hermann)

Wir wünschen dir Flügel, die dich tragen, leicht und beschwingt über alle Grenzen und Hindernisse nicht um zu fliehen, aber um anzukommen.

(Autor unbekannt)

Im Moment sein

Wo Jahre mit Hürden im lächelnden Gesicht
sich ganz still wie ein Blick übers Meer zuerst
im Zeitraffer dann im zarten Schmetterlingsflügeln
bedeutsame Ereignisse vor Augen und Fragen
durch Antworten wie Schokolade auf der Zunge
in einem weiten blauen Himmel leise zerschmelzen...

(© Monika Minder)

Ein gewisses Mass an Begehren gibt dem Leben erst seinen Schwung.

(Samuel Johnson, 1709-1784)

Herzenswunsch

Nicht aus des Herzens bloßem Wunsche keimt
Des Glückes schöne Götterpflanze auf.
Der Mensch soll mit der Mühe Pflugschar sich
Des Schicksals harten Boden öffnen, soll
Des Glückes Erntetag sich selbst bereiten
Und Taten in die off'nen Furchen streu'n,
Er soll mit etwas den Genuss erkaufen,
Wär's auch mit des Genusses Sehnsucht nur.

(Heinrich von Kleist, 1777-1811, deutscher Dramatiker, Novellist)

Der Jugend fliegt alles zu, die Liebe, das Glück; je älter wir werden, desto weniger gehen unsere Wünsche in Erfüllung; vielleicht darum, weil wir alsdann anfangen, das Vernünftige zu wollen.

(Johann Jakob Mohr, 1824-1886)

Unfassbar ewig

Unfassbar ewig ist das Leben
Und doch zerbrechlich.
Dir singen noch die Sterne
Und Frühling wiegt in deine Seele.

(© Monika Minder)

Man liebt nicht nur etwas, weil es schön ist, sondern es wird auch schön, weil man es liebt.

(Robert Musil, 1880-1942)

Der Morgenkuss

Durch eine ganze Nacht sich nah zu sein,
So Hand in Hand, so Arm im Arme weilen,
So viel empfinden, ohne mitzuteilen,
Ist eine wonnevolle Pein.
So immer Seelenblick im Seelenblick
Auch den geheimsten Wunsch des Herzens sehen,
So wenig sprechen und sich doch verstehen,
Ist hohes, martervolles Glück.
Zum Lohn für die im Zwang verschwundne Zeit
Dann bei dem Morgenstrahl, warm, mit Entzücken
Sich Mund an Mund, und Herz an Herz sich drücken –
O dies ist – Engelseligkeit!

(Gabriele von Baumberg, 1768-1829, österreichische Dichterin)

Was uns am Unmittelbarsten beglückt, ist die Heiterkeit des Sinnes, denn diese gute Eigenschaft belohnt sich augenblicklich selbst. Wer fröhlich ist, hat allemal Ursach', es zu sein: Nämlich eben diese, dass er es ist. Nichts kann so sehr wie diese Eigenschaft jedes andere gut vollkommen ersetzen, während sie selbst durch nichts zu ersetzen ist.

(Arthur Schopenhauer, 1788-1860)

Schöner noch bist du

Schön sind Blumen auf der grünen Wiese,
Schön die Bäume auf den Feldern,
Schön die Sterne, wenn sie grüssen
und die Schmetterlinge hoch über den Wäldern.
Aber schöner als die Blumen auf der Wiese,
Schöner als die Bäume auf den Feldern,
Schöner selbst als Sterne grüssen,
Schöner noch bist du.

(© Hanna Schnyders)

Zuversicht, wo wir in der Sprache der Natur unsere Talente wie Zweige entfalten.

(© Monika Minder)

Irgendwann sind die Jahre

Irgendwann sind die Jahre
wie pausbackig rote Äpfel
vom Baum gefallen.
Wer hätte gedacht,
dass sie uns begleiten,
Arme öffnend in der
lärmenden Stille.
Etwas ist immer da,
wie Apfelblüten
im Frühjahr.

(© Monika Minder)

Jede Blüte entfaltet ihren Liebreiz, jede Wurzel ihre Kraft. Im Herbst vergeht, was Weisheit von Neuem schafft.

(© Beat Jan)

Das Frohe der Tage

Wo du das Frohe der Tage erkennst,
kleine Lichtblicke: eine Blume, eine Katze,
verlässliche Orte, Menschen, die deinen Namen rufen ...
da fällt kein Blatt einfach zu Boden,
da zieht Glück ein.

(© Monika Minder)

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